Online Recruiting

Online Recruiting: Definition, Vorteile, Ziele Kanäle und Steuerung

Nicola Lehrle
Lesezeit: ca. 7 Minuten

In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel. Dies zwingt Firmen zu mehr Kreativität bei der Personalbeschaffung. Um geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden, setzen immer mehr Unternehmen auf Online Recruiting. Denn wer die Generation Y erreichen möchte, muss dort hingehen, wo man sie findet: Ins Internet. Beim sogenannten E-Recruiting werden Jobkandidaten online gesucht und rekrutiert. Wir erklären, welche Vorteile die digitale Personengewinnung hat und welche Tools und Recruting Kanäle dabei genutzt werden.

Wie ist die Definition von Online-Recruiting?

Der Begriff E-Recruiting steht für "Electronic Recruiting". Dies bedeutet auf Deutsch "elektronisches Rekrutieren." Und genau darum geht es: Beim Online-Recruitment werden neue Mitarbeiter über digitale Medien gesucht und geworben. Es wird bei der Personalbeschaffung also überwiegend das Internet genutzt.

Doch der Begriff E-Recruiting umfasst deutlich mehr, als nur die Suche nach geeignetem Personal. Viel mehr geht es um den kompletten Bewerbungsprozess. Wenn die Rede von E-Recruiting ist, sind sowohl die Definition der Stellenanzeige als auch die Kommunikation mit potenziellen Bewerbern und die elektronische Prüfung aller Unterlagen gemeint.

Das heißt: Elektronisches Recruiting beginnt nach Erstellung von Anforderungsprofil und Stellenanzeige mit der Veröffentlichung einer digitalen Stellenausschreibung auf Jobbörsen, der Unternehmenswebsite und in sozialen Netzwerken und endet mit der Anstellung von neuen Mitarbeitern.

Was sind die Vorteile von Online-Recruting für Bewerber und Unternehmen?

Online-Recruiting hilft Unternehmen Recruiting-Prozesse schnell, effizient und transparent zu gestalten. Diese Optimierung bringt sowohl Recruitern als auch Bewerbern einige Vorteile:

  • Arbeitserleichterung: Der Verwaltungsaufwand beim Online-Recruitment ist deutlich geringer. Anstatt Bewerbungen in Papierform zu durchsuchen, können Recruiter eine gut organisierte Datenbank nutzen. Dies spart viel Zeit. Terminerinnerungen und Datenpflege werden direkt von der Software übernommen.

  • Weniger Fehler: Fehler passieren immer dort, wo Menschen arbeiten. Solche Prozesse werden beim elektronischen Recruiting weitgehend ausgeschlossen. Dies führt zu einer massiven Fehlerreduktion. Der Verlust von Unterlagen und Kontakten ist quasi unmöglich.

  • Schnellere Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Bewerbern und Employern kann beim Thema Online-Recuiting deutlich beschleunigt werden. Alle E-Mails können schnell und effizient beantwortet werden. Außerdem wird der Schriftverkehr direkt im Bewerberprofil gespeichert. Somit werden Anfragen schneller beantwortet und Bewerber erhalten zügiges Feedback.

  • Bessere Vernetzung: Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen wird erleichtert. Die Abstimmung erfolgt rein elektronisch und über ein praktisches, einheitliches System. Dies führt zu deutlich mehr Transparenz. Sowohl Vorgesetzte als auch Recruiter haben jederzeit Einblick zum aktuellen Stand der Bewerbungen.

  • Klassifizierungen möglich: Durch die Digitalisierung können Klassifizierung vorgenommen werden. Dies ermöglich das schnelle Sortieren von Bewerbern. Dabei können Kandidaten beispielsweise nach Qualifikation und Verfügbarkeit sortiert werden.

  • Vereinfachte Bewerbung: Bewerber profitieren vom einfachen Recruiting Prozess, der in der Regel über ein Online-Formular gestartet werden kann. Für Human Resources Abteilungen bedeutet dies weniger Arbeit, da auf einen Blick erkennbar ist, ob sich der Kandidat eignet, oder nicht.

  • Geringere Kosten: Obwohl die Kosten für eine Recruiting-Software u.U. nicht günstig sind, rentiert sich die Anschaffung auf Dauer. Denn sie spart sowohl Personalkosten als auch Ausgaben für Briefe, Papier und Versand.

Welche Ziele hat die Personalbeschaffung über das Internet?

Das Ziel der digitalen Personalbeschaffung ist es, schnellstmöglich einen passenden Kandidaten zu finden. Hierzu werden verschiedene Targeting-Methoden eingesetzt. Dabei werden immer wieder neue Recruiting-Trends umgesetzt wie Keyword-Targeting und das Multiposting von Stellenausschreibungen. Darüber hinaus hat ein solches Recruiting das Ziel, deutlich effektiver zu arbeiten. So können offene Stellen schneller besetzt werden. Das bedeutet: E-Recruitment spart Zeit und Geld.

Egal, für welche Werkzeuge oder welchen Online-Kanal sich Arbeitgeber beim E-Recruiting entscheiden: Die Online-Bewerbung sollte maximal 20 Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Zusätzlich dazu wird beim E-Recruiting-Prozess auf besonders zügige Feedbacks gesetzt. Dadurch erfolgen Einladungen zum Vorstellungsgespräch sowie Zu- und Absagen in der Regel spätestens nach 2 Wochen.

Welche Kanäle gibt es für E-Recruiting?

Beim Personalmarketing spielt E-Recruiting eine wichtige Rolle. Es soll den gesamten Recruiting-Prozess kostengünstig sowie effizient gestalten. Dabei kommt meist spezielle E-Recruiting-Software zum Einsatz.

Mit E-Recruiting-Systemen können sich Firmen nicht nur modern und zeitgemäß präsentieren, sondern Stellenanzeigen auch deutlich effektiver streuen. Deshalb beschäftigt sich Online-Recruiting mit weit mehr, als der Möglichkeit einer Bewerbung im Netz. Es kommen vor allem folgende E-Recruiting-Kanäle zum Einsatz:

  • Online-Jobbörsen: Der wohl meistgenutzte E-Recruiting-Kanal sind Web-Jobbörsen. Sie sind die erste Anlaufstelle für Jobsuchende und können in den meisten Fällen mit einer Bewerbermanagement Software verwendet werden. Internet-Stellenbörsen lassen sich nach Jobprofil, Branche und Standort durchsuchen. Dies hat einen hohen Stellenwert beim Online Recruitment.

  • Social Media: Auch Social Media hat einen immer größeren Einfluss beim Recruiting im Netz. Mit dem richtigen Content in sozialen Netzwerken können gerade junge Menschen gut erreicht werden. Man spricht hier vom Social-Media-Recruiting. Die wohl beliebtesten Online-Plattformen für Social-Recruiting sind Xing, LinkedIn, Instagram, Facebook und Twitter. Neben der Personalgewinnung dienen Posts auf diesen Plattformen auch dem Employer Branding und können als gelungene Online-Marketing Kampagne genutzt werden.

  • Eigene Karriereseite: Auf der eigenen Unternehmens-Website kann man nicht nur Informationen teilen, sondern auch auf offene Positionen in der Firma aufmerksam machen. Auf der hauseigenen Karriereseite können aktuelle Jobangebot ausgeschrieben werden und intern sowie extern nach passenden Kandidaten gesucht werden. Hier teilen Arbeitgeber außerdem Informationen über den Recruiting-Prozess sowie Weiterbildungsmöglichkeiten.

  • Mobile Recruiting: Ein weiterer Recruiting Trend ist Mobile Recruiting. Dadurch wird es Bewerbern auch unterwegs so einfach wie möglich gemacht. Sie können sich direkt über mobile Endgeräte mit ihrem Online-Profil bewerben. Hierfür eignen sich spezielle Apps, Jobbörsen, Social-Media-Plattformen und die Karriereseite des Arbeitgebers.

Beim E-Recruiting haben Employer die Aufgabe, geeignete Recruiting-Kanäle auszuwählen, damit garantiert die passende Zielgruppe angesprochen wird. Zusätzlich dazu sollte das Branding des Unternehmens beachtet werden. Auf dieser Grundlage wird entschieden, welche Social-Media-Kanäle sich besonders eignen und welche Internet-Jobbörsen in Frage kommen.

Welche Methoden helfen bei der Steuerung von digitalem Recruting?

Beim Recuiting-Prozess werden unterschiedliche Targeting-Methoden eingesetzt, um auch garantiert die richtige Zielgruppe zu erreichen. Dabei wird meist Keyword-Targeting eingesetzt. Hierbei werden die Suchbegriffe einer Anzeige optimal auf den Nutzer abgestimmt. Um geeignete Begriffe zu finden, versetzt sich das Recruitment Team in die Perspektive von potenziellen Kandidaten. Eine weitere Möglichkeit, um geeignete Keywords zu finden, sind SEO-Tools wie Google Trends. Damit lassen sich Suchvolumen und Relevanz genau analysieren. Ebenso wichtig ist die korrekte Stellenbezeichnung. Denn nur so können Jobsuchende auf die offene Stelle aufmerksam werden.

Eine weitere Möglichkeit, um Stellenanzeigen gekonnt auszuspielen, ist die Nutzung von Zielseiten wie Fachforen für das Recruiting. Dadurch können Nutzer-Aktivitäten genau identifiziert werden. Je mehr Informationen man über den User hat, desto zielgenauer kann man seine Stellenausschreibung platzieren. Dies verbessert die Candidate Experience und führt zu einer effektiven Suche nach geeignetem Personal. Ein weiteres wichtiges Tool bei Recruiting-Prozessen online ist das Retargeting. Hierbei werden Nutzer angesprochen, die bereits die Webseite des Unternehmens oder eine entsprechende Karriereseite besucht haben. 

Ebenso hilfreich beim Personalmarketing ist das Ausspielen von ortsgebundenen Stellenausschreibungen und Ads. Beim sogenannten Location-based-Advertising kann mithilfe eines festgelegten Radius nach geeigneten Bewerbern gesucht werden. Somit kann die externe Personalbeschaffung enorm erleichtert werden. Mit Hilfe von Geo-Fencing kann ein exakter Umkreis angegeben werden, der das Recruiting einschränkt und erleichtert.

Über die Autorin: Nicola Lehrle
Nicola Lehrle

Nicola Lehrle ist als Redakteurin bei hiral tätig. In ihrer beruflichen Laufbahn mit Schwerpunkt Marketing konnte sie im HR vielerlei Erfahrung sammeln. Ihr Fokus liegt auf Ratgebern und Fachtexten zu unterschiedlichen Themen im Bereich Personal/HR. Nicola möchte mit ihren Texten den Lesern auch komplizierte Sachverhalte möglichst einfach erklären.

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