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Webdesigner: Ausbildung, Weiterbildung, Berufschancen und Gehalt

Lisa Rätze
Lesezeit: ca. 9 Minuten

Das World Wide Web bestimmt unser Leben: Wir kaufen ein und verkaufen über Websites, wir kommunizieren über soziale Medien, recherchieren und finden sogar den neuen Partner per App. Anwendungen sollen ansprechend und nutzerfreundlich sein, um das digitale Erlebnis abzurunden. Spezialisierte Designer übernehmen die Konzeption und Gestaltung von Webseiten, Apps und sonstigen Tools im Internet und haben damit großen Einfluss auf unseren Alltag. Was genau dieses Berufsbild auszeichnet, wo Webdesigner arbeiten können, wie ihr Gehalt aussieht und wie die Berufsaussichten im Webdesign sind, wird im Folgenden näher beleuchtet. 

Was genau macht ein Webdesigner?

Webdesigner konzipieren und gestalten Websites für Unternehmen, Organisationen, Privatpersonen oder sonstige Kunden. Neben Websites können sie auch andere mutlimediale Anwendungen entwickeln und mitgestalten. Dafür arbeiten sie serviceorientiert und gestalten die Aufträge nach den Wünschen ihrer Kunden. Zum Webdesign gehören auch Bild- und Textrecherche, das Erstellen von Layouts, Navigationen und Linkverknüpfungen.

Die Gestaltung von Internetseiten und Online-Medien wird oft gleichgesetzt mit der Entwicklung. Webentwickler, Web Developer oder Frontend Entwickler sind per Definition jedoch ander Berufsgruppen, die sich stärker um die Programmierung und weniger um die grafische Umsetzung der Webseite kümmern. 

In diesem Beruf ist es möglich in einer Festanstellung in technologiebasierten Software- oder Multimedia-Unternehmen zu arbeiten oder als Freelancer verschiedene Kunden zu betreuen. Vor allem Freelancer, selbstständige Designer, müssen oft das Feld des grafischen Designs und die Programmierung dahinter abdecken können. Insofern gehört auch die Beherrschung und Nutzung von Programmiersprachen wie HTML, JavaScript, CSS und vielen weiteren zu ihrem Aufgabenbereich.

Web-Designer verdienen in Deutschland ein durchschnittles Gehalt von rund 50.000 Euro jährlich. Wie viel ein einzelner Designer verdient, hängt von einigen Faktoren, wie dem Arbeitsstandort oder der Berufserfahrung ab. Selbstständige Web-Designer verdienen besser, wenn sie eine gute Kostenaufstellung haben. 

Welche Ausbildung benötigt ein Webdesigner?

Für den Beruf Webdesigner gibt es kaum klassische Berufsausbildungen oder ein Studium. Stattdessen handelt es sich oft um eine Weiterbildung oder eine Spezialisierung in einem entsprechenden Studiengang. Die Dauer und Inhalte der Weiterbildungen und Kurse unterscheiden sich je nach Fachschule, Hochschule oder Universiät. 

Generell wird in den meisten Fällen ein Hochschulabschluss vorausgesetzt. Grafiker, Informatiker und Mediengestalter scheinen die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Trotzdem gibt es in diesem Job, vor allem im Bereich des Freelancings, einen großen Anteil an Quereinsteigern. Diese haben keine explizite Ausbildung absolviert und bringen stattdessen viele Jahre Berufserfahrung und privat angeeignetes Know-how mit. 

Eine mögliche Ausbildung, die die Voraussetzungen für eine Weiterbildung erfüllt, ist die Ausbildung zum Mediengestalter mit IHK Abschluss. Medienbasierten Webdesigner Ausbildungen fehlt oft vor allem die technische Komponente, welche durch den weiterführenden Lehrgang, persönliches Interesse und Berufserfahrung ausgeglichen werden kann. 

Als Studium eignen sich die Studiengänge Medien- und Kommunikationsdesign, Medieninformatik, Digitale Medien oder Grafikdesign. In diesen Studiengängen können jeweils Vertiefungen in Richtung Webdesign belegt werden. Auch Studenten aus einem Informatik-Bereich ohne mediale Ausrichtung können in der Branche sehr gut Fuß fassen, wenn sie ein hohes Maß an Kreativität mitbringen. Das Studium kann dual oder rein schulisch absolviert werden. Zudem ist auch ein Fernstudium möglich. Das hat den Vorteil, dabei weiterhin unabhängig einem Job nachgehen zu können. 

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in dem Berufsfeld?

Die Auswahl an Weiterbildungen in dieser Branche ist riesig. Interessenten stehen vor der Wahl: Seminare, Fernkurse, Workshops, Aufbaustudiengänge oder klassische Weiterbildungen stehen zur Verfügung und bieten unterschiedliche Optionen. 

Der größte Vorteil einer zertifizierten Ausbildung ist, dass Teilnehmer anschließend einen Qualifikationsnachweis erhalten. Dieser kann die Chancen für gewünschte Aufträge erheblich steigern, denn er versichert dem Arbeitgeber, dass die benötigten Kompetenzen vorhanden sind. Autodidaktisch erworbenes Wissen kann nur durch Referenzen und bereits absolvierte Projekte nachgewiesen werden.

Besonders beliebt sind Weiterbildungen in der Webprogrammierung, die von verschiedenen Instituten angeboten werden. Die Teilnehmer lernen unterschiedliche Programmiersprachen im Sinne des Web-Engineerings kennen und anwenden. Im Kontrast dazu werden auch Lehrgänge im Bereich Mediendesign angeboten, die sich vor allem auf gestalterische Aspekte konzentrieren.

Wenn technische Kompetenzen bereits vorhanden sind, können diese Fortbildungen zum Aufbau von Kenntnissen in Sachen Farbgestaltung, Seitenaufteilung oder SEO-Optimierung bzw. Suchmaschinenoptimierung für zum Beispiel Google genutzt werden. Zunehmend an Bedeutung gewinnt der Aufbau von Wissen im Bereich User Experience und User Interface Design (UX und UI Design). Teilnehmer können hier etwas über Themen wie Optimierung der Nutzungsoberfläche einer Webseite, Durchführung von Usability Tests, Erstellung eines Responsive Designs und Tracking der Nutzung bzw. Nutzbarkeit einer Webanwendung lernen. 

Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sollte ein Webdesigner mitbringen?

Neben einer Ausbildung, einem Studium oder einer Weiterbildung sollte man in diesem Job auch einige Soft Skills mitbringen, auf die Arbeitgeber und Kunden mitunter großen Wert legen: 

  • Technisches Verständnis,

  • Eine analytische Denkweise und Problemlösekompetenz,

  • Kreativität bzw. eine künstlerische Begabung,

  • Kommunikationsstärke (oft sind auch sehr gute Englischkenntnisse eine wichtige Voraussetzung),

  • Organisatorische Skills und eine selbstständige Arbeitsweise,

  • Lernbegeisterung und die Bereitschaft lebenslang zu Lernen,

  • Teamfähigkeit,

  • Eine Affinität bezüglich des Internets und Social Media.

Welche Aufgaben erfüllt ein Webdesigner?

Web-Designer haben je nach Spezialisierung und Einsatzbereich ein sehr weites Feld an Aufgaben in ihrem Arbeitsalltag. Der Job zeichnet sich durch eine Mischung aus künstlerisch-kreativen und technisch-analytischen Anforderungen aus. Diese Anforderungen können folgende Aufgaben umfassen: 

  • Grafische Planung und Design von Websites und sonstigen Anwendungen im Internet,

  • Nutzung von Visualisierungsmethoden (Erstellen von Scribbles, Wireframes, Mockups und Prototypen),

  • Erstellung von responsive Webdesigns; Anpassung an verschiedene Desktop- oder mobile Konzepte und Designs,

  • Aufbau einer digitalen Informations- und Navigationsarchitektur,

  • Erstellung von Templates auf Basis von HTML, Cascading Style Sheets (CSS), JavaScript oder anderen Technologien,

  • Eventuell auch Aspekte der App-Entwicklung,

  • Optimierung von Websites in Bezug auf Darstellung und Nutzbarkeit,

  • Recherche, Auswahl  und Bearbeitung von Bild- und Textmaterial (zum Beispiel mit Tools wie Adobe Photoshop),

  • Aufbereitung und Erstellung von Audio- und Videoinhalten,

  • Nutzung von Content-Management und Shop-Systemen wie Wordpress, Shopware oder Typo3,

  • Teilweise Durchführung einfacher Usability- und User Experience-Tests,

  • Schaffung barrierefreier Zugänge zu Webseiten (Accessibility).

In welchen Branchen ist Webdesign besonders stark gefragt? 

Das Internet wird für uns in immer mehr Bereichen unseres Lebens unerlässlich. Das spiegelt sich auch in der Arbeitswelt wider, denn Webdesigner sind branchenübergreifend gefragt. 

Wie bereits beschrieben, kann Webdesign im Angestelltenverhältnis, auf selbstständiger Basis oder als Freiberufler ausgeübt werden. Aktuelle Jobs finden sich in PR-, IT- oder Grafik-Abteilungen jedes größeren Unternehmens, das seine Internetpräsenz selbst steuert und verwaltet. Besonders gefragt sind Webdesigner in den Branchen der Medien-Dienstleister wie Grafik-, Online-Marketing- oder Werbeagenturen. Jegliche Web- und Design-Agenturen sind auf sie angewiesen. Doch auch im öffentlichen Dienst und in Vereinen werden kompetente Fachkräfte im Bereich Webdesign benötigt. 

Wie hoch ist das Gehalt von Webdesignern?

Das Webdesigner Gehalt liegt laut Angaben von StepStone, durschnittlich bei 54.880 Euro brutto im Jahr. Die Spanne zwischen maximalem und minimalem Gehalt ist in diesem Beruf recht groß. Wie viel man verdient, ist vor allem auf regionale Unterschiede, verschiedene Aufgabenbereiche und unterschiedliche Arbeitsverhältnisse zurückzuführen. 

Bei einem Einstieg in den Beruf als Webdesigner kann mit einem durchschnittlichen Gehalt von ca. 2.000 bis 2.500 Euro brutto monatlich gerechnet werden. Im Vergleich zu anderen Einstiegsgehältern ähnlicher Berufe in der IT-Branche ist das eher wenig, bei Betrachtung üblicher Gehälter im Bereich Design dagegen durchschnittlich bis viel. Der Karriereaufstieg hin zu einem besseren Gehalt gelingt vor allem über ein gut gefülltes Portfolio, ein starkes Netzwerk und gute Referenzen. Vor allem für Freelancer ist das wichtig, um höhere Preise gegenüber ihren Kunden rechtfertigen zu können. Somit kann man im Web-Design zu einem Gehalt von 4.500 bis 5.000 Euro brutto aufsteigen, wenn viel Erfahrung vorhanden ist. 

Welche Berufschancen und Zukunftsperspektiven gibt es im Bereich Webdesign?

Die Branche Webdesign befindet sich, wie viele andere IT-Bereiche auch, im Wandel. Die offenen Stellenangebote haben laut der Arbeitsmarktanalyse des Webmasters Europe e.V. seit 2011 stetig abgenommen. Bedeutet das, dass dieser Beruf keine Zukunftsaussichten bietet? Nein, denn Webdesigner werden auch in Zukunft, gerade im Hinblick auf die voranschreitende Digitalisierung immer benötigt. Jedoch verändert sich die Arbeit gerade in eine deutlich professionellere, komplexere und spezialisiertere Richtung. 

Bis heute ist die Berufsbezeichnung "Webdesigner" nicht geschützt, das heißt es gibt keinen geprüften Web-Designer. In dem Job arbeiten viele Quereinsteiger und Autodidakten. Bisher haben auch grundlegende Fähigkeiten und ein gewisses Maß an Erfahrung genügt, um Internet-Auftritte für Privatkunden zu realisieren. Doch immer mehr Selbstständige und Kleinbetriebe möchten Internetmarkteing verstärkt für sich nutzen und eine professionelle Internetpräsenz, die ihre Corporate Identity widerspiegelt, aufbauen. Dafür wird die Nachfrage nach strategisch geplanter, professioneller Arbeit mit der Zeit ansteigen und im Zuge dessen auch die Anforderungen an das Webdesign. Ohne Fachkräfte mit entsprechendem Know-how wird dieser Standard an qualitativer Arbeit nicht mehr erfüllt werden können. Der Anstieg der Professionalisierung wirkt sich in der Regel auch positiv auf die Gehälter aus. 

Zusätzlich dazu bringt die stetige Weiterentwicklung des Internets neue Herausforderungen für den Beruf mit sich. Die webbasierten Anwendungen werden immer komplexer und sollen neuen, veränderten Ansprüchen der Nutzer bzw. Kunden gerecht werden. Für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit ist es in diesem Job also besonders wichtig, am Ball zu bleiben und sich ständig weiterzubilden. 

Durch neue Tools und Techniken für die Erstellung von Webseiten, brauchen kleine Unternehmen oder Privatpersonen, die sich eine Online-Präsenz aufbauen wollen, nicht mehr zwingend einen Web Designer. Die Branche erlebt in gewisser Weise eine Industrialisierung. Für die Zukunft werden somit die Kundenbindung, Spezialisierungen und vertiefte Kompetenzen für den beruflichen Erfolg immer wichtiger. 

Aufgrund all dieser Faktoren scheint es unrealistisch, dass Web Designer auch in Zukunft noch alle Bereiche von A-Z abdecken können. Web-Entwickler und Web Designer in einem zu sein, ist schon heute für viele ein schwer zu schaffender Spagat. Die Organisation in dieser Branche könnte sich von immer mehr selbstständigen Webdesignern hin zu kleinen Webdesign-Agenturen mit mehreren Experten mit jeweils unterschiedlichen Spezialisierungen entwickeln. Ebenfalls denkbar wäre die Zunahme von Outsourcing bestimmter Aufgabenbereiche an externe Fachkräfte. 

Für Professionelle im Webdesign ergibt es Sinn, sich frühzeitig mit diesen Entwicklungen zu beschäftigen, um anpassungsfähig zu bleiben und im besten Fall von den Veränderungen zu profitieren. 

Quellen: 

https://de.webmasters-europe.org/berufsprofile/webdesigner

https://www.stepstone.de/gehalt/Webdesigner-in.html


Über die Autorin: Lisa Rätze
Lisa Rätze

Lisa Rätze ist Redakteurin bei hiral für HR-Themen. Sie hat einen Abschluss für das Studium Lehramt an Grundschulen, unter anderem mit dem Studienfach Deutsch, und befindet sich nun im Bachelor für Psychologie. Ihr Fokus liegt auf Persolmanagement und Recruiting.

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