Chief Information Officer

CIO (Chief Information Officer): Berufsbild, Aufgaben, Ausbildung, Skills, Branchen und Gehalt

Nicola Lehrle
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Der CIO (Chief Information Officer) ist für das IT-Management eines Unternehmens verantwortlich. Er sorgt für einen reibungslosen Ablauf von Prozessen über die IT-Infrastruktur und ist darüber hinaus für die Weiterentwicklung von technologischen Plattformen zuständig. Dabei übernimmt er wichtige strategische Aufgaben und ist als IT-Vorstand Mitglied der obersten Führungsebene. Wir beschreiben im Artikel, welche Aufgaben ein CIO übernimmt, wie die Ausbildung zum Chief Information Officer aussieht und welche Skills für eine solche Position notwendig sind. Außerdem zeigen wir, in welchen Branchen CIOs besonders gesucht sind und wie sich das Gehalt eines CIOs gestaltet.

Was genau wird unter einem CIO verstanden?

Der Begriff CIO ist die Abkürzung der anglo-amerikanischen Berufsbezeichnung Chief Information Officer. Die Rolle des CIO wird meist von IT-affinen Generalisten übernommen mit großem Erfahrungsschatz in den Bereichen Führung und technische Architekturen.

Der IT-Leiter, mit Aufgabenbereichen wie Kontrolle über Computer und Netzwerke berichtet typischerweise an den CIO, ebenso wie der Leiter Software Entwicklung. Mit seinem Know-How entwickelt der CIO Strategien im technologischen Bereich und unterstützt die digitale Transformation.

Zu den verantworteten Systemen größerer Unternehmen zählen etwa:

  • ERP und CRM Systeme (z.B. SAP oder Salesforce),

  • interne Server und Cloud Computing,

  • Anwender Hardware und Software.

Der oberste IT-Verantwortliche schafft eine IT-Vision und setzt sie um unter Einbeziehung aller Geschäftsfelder des Unternehmens.

CIO, CTO oder CDO?

Die Unterschiede zwischen den Begriffen CIO, CTO und CDO können fließend sein. Diese liegen überwiegend in der Zuständigkeit:

  • CIO: Ein Chief Information Officer ist für die strategische sowie operative Führung der IT und des IT-Managements eines Unternehmens verantwortlich.

  • CTO: Ein Chief Technology Officer ist i.d.R. für die Erbringung von IT-Leistungen und Tech-Produkten für Kunden zuständig.

  • CDO: Ein Chief Digital Officer ist überwiegend für die Planung und Steuerung der digitalen Transformationen eines Unternehmens verantwortlich.

Darüber hinaus gibt es meist noch einen EDV-Leiter, der auch als Head of IT bezeichnet wird. Dieser übernimmt in kleineren Organisationen und mittelständischen Unternehmen die Rolle des CIO, ohne C-Level-Rolle. In größeren Unternehmen kann er auch für die gesamte Infrastruktur verantwortlich sein und eng mit dem Vorstand zusammenarbeiten.

Welche Aufgaben übernimmt der Chief Information Officer im Unternehmen?

Ein Chief Information Officer ist für die gesamte IT-Organisation verantwortlich. Er übernimmt die Planung und das strategische Management aller im Betrieb eingesetzten IT-Systeme. Dazu zählt auch die Überwachung und Optimierung.

Somit erfüllt ein CIO eine operative Rolle zur Erreichung kurzfristiger Unternehmensziele sowie eine strategische Rolle, die auf die langfristige Erarbeitung von IT-Strategien ausgerichtet ist. Grundsätzlich teilt sich die Arbeit eines CIOs in folgende drei Aufgabenbereiche auf:

Strategische Aufgaben

Damit Unternehmensabläufe stetig verbessert werden können, sind geeignete IT-Lösungen gefragt. Hierzu übernimmt der CIO eine strategische Planung, die zu geringeren Kosten, effizienteren Arbeitsabläufen und neuen Lösungsansätzen im Unternehmen führen soll:

  • Entwicklung einer geeigneten IT-Strategie,

  • Planung von technischen Weiterentwicklungen innerhalb der gesamten IT-Infrastruktur,

  • Koordination aller IT-Lösungen mit Fachabteilungen und der Unternehmensleitung.

Operative Aufgaben

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs aller IT-Prozesse im Unternehmen. Der CIO verantwortet hierbei das Monitoring und die Pflege jeglicher Hard- und Software, die im Unternehmen eingesetzt wird. Kommt es zu Störungen und Problemen, ist der CIO dafür verantwortlich, Fehler umgehend zu beheben. Zu den operativen Aufgaben zählen:

  • Die Beachtung der gesetzlichen Anforderungen für Datenschutz und Compliance,

  • das Management der technischen Infrastruktur und des IT-Betriebs,

  • die Überwachung und Durchführung von IT-Projekten.

Management von Innovationen

Ein ebenso wichtiger Aufgabenbereich bezieht sich auf das Innovationsmanagement. Der Chief Information Officer hat die Aufgabe, relevante technische Neuerungen schnell zu erkennen und diese zum richtigen Zeitpunkt im Unternehmen einzusetzen. Dabei plant er die IT-Architektur und wählt geeignete Technologien aus. So können interne Prozesse effizienter gestaltet und dauerhaft verbessert werden. Grundsätzlich wird der Fokus dabei auf möglichen Produktivitätssteigerungen im Unternehmen liegen.

Wie sieht die Ausbildung zum CIO aus?

Um CIO zu werden, sollten Kandidaten neben viel Erfahrung ein einschlägiges abgeschlossenes Hochschulstudium aus einem der folgenden Bereiche mitbringen:

  • Wirtschaftswissenschaften,

  • Wirtschaftsinformatik,

  • Technik

  • oder Mathematik.

Sinnvoll kann auch ein Abschluss im MINT-Bereich oder eine anderweitige, tiefgehende IT-Ausbildung sein.

Um eine Position als Chief Information Officer zu bekleiden, müssen Bewerber einschlägige Berufserfahrung mitbringen. Erfahrung im Projektmanagement, mit IT-Architekturen und in der Personalverantwortung sind besonders wichtig.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass folgende Qualifikationen entscheiden sind:

  • Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung in einer leitenden Position,

  • umfassendes Know-How und Erfahrung mit IT-Systemen, also etwa Data Analytics, Programmiersprachen (PHP, Java, etc.), Netzwerke, Administration, Cloud Tecnnologien, SaaS, IT-Security, etc.,

  • fundierte Kenntnisse in der Datenanalyse, Budgetplanung und operativer Geschäftsführung,

  • Erfahrung in der strategischen Planung, Projektmanagement und Change Management,

  • Kompetenz in der Softwareentwicklung.

Damit ein CIO mit dem kontinuierlichen Wandel der digitalen Welt mithalten kann und die IT-Struktur seines Unternehmens entsprechend anpassen kann, ist eine stetige Weiterbildung erforderlich. Typische Inhalte hierbei sind Block Chain, Industrie 4.0, Business Intelligence, Leadership in der Digitalisierung und Business Process Management.

Welche Soft- und Hard-Skills sollte ein Chief Information Officer mitbringen?

Ein CIO muss die Funktionsweise digitaler Systeme verstehen. Er sollte ökonomisch denken und handeln und zudem fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse mitbringen. Ebenso wesentlich ist eine ausgeprägte Kommunikationsstärke und ein souveränes Auftreten.

CIOs sollten sehr gute konzeptionelle und analytische Fähigkeiten mitbringen und sich durch Teamgeist und Führungskompetenz auszeichnen. Weitere wichtige Anforderungen sind Belastbarkeit, Flexibilität und ein gutes Selbstmanagement.

Da viele CIOs auf internationaler Ebene tätig sind und sich im Arbeitsalltag global austauschen müssen, sind meist auch gute Englischkenntnisse unerlässlich. Ein CIO sollte auch die Fähigkeit besitzen, Mitarbeitern und Kollegen IT-relevante Sachverhalte verständlich zu vermitteln. Außerdem benötigt er folgende Soft Skills:

  • Ökonomische Denkweise und strukturierte Arbeitsweise,

  • Interesse an technischen Trends und Innovationen,

  • konzeptionelle und analytische Fähigkeiten,

  • hohe Kommunikationsstärke und Teamgeist,

  • hohe Einsatzbereitschaft.

In welchen Branchen arbeiten CIOs?

Ein CIO, der mehrjährige Berufserfahrung und spezielles Branchen Know How mitbringt, kann meist direkt als Führungskraft im Unternehmen einsteigen. Grundsätzlich sind CIOs in den meisten Branchen vertreten, denn die Digitalisierung spielt grundsätzlich bei jedem Geschäft eine zunehmend große Rolle.

Dennoch ist die Nachfrage nach Chief Information Officers in Tech-Unternehmen besonders stark.

Welches Gehalt erzielt der CIO?

In Deutschland liegt das durchschnittliche Gehalt eines CIOs bei 123.000 Euro brutto pro Jahr. Allerdings kann dieses ja nach Branche, Region und Unternehmensgröße stark abweichen. Auch der Umfang der Führungsverantwortung und die persönliche Eignung sowie die Berufserfahrung haben einen starken Einfluss auf die Gehaltsbemessung.

In der Regel liegt das Einstiegsgehalt für einen CIO bei ca. 60.000 Euro. Mit steigender Berufserfahrung und Qualifikation kann ein Top-Gehalt von bis zu 200.000 Euro brutto pro Jahr erzielt werden.

Der durchschnittliche Stundensatz eines Interim Managers mit CIO Fokus liegt bei ca. 173 Euro.

Über die Autorin: Nicola Lehrle
Nicola Lehrle

Nicola Lehrle ist als Redakteurin bei hiral tätig. In ihrer beruflichen Laufbahn mit Schwerpunkt Marketing konnte sie im HR vielerlei Erfahrung sammeln. Ihr Fokus liegt auf Ratgebern und Fachtexten zu unterschiedlichen Themen im Bereich Personal/HR. Nicola möchte mit ihren Texten den Lesern auch komplizierte Sachverhalte möglichst einfach erklären.

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